Royal Cupcakes Köln - Café Story

In der heutigen Zeit findet man eigentlich zu fast Jedem etwas im Internet. Einfach den Namen googeln und schon weiß ich etwas über Dich, das nicht mal Du wusstest. Die Café-Gründer, die ich porträtiere, google ich auch. Da findet man einiges an Informationen und Fotos, aber nicht so bei Kirstin Mohrin vom Royal Cupcakes. Da meine Recherche nicht so erfolgreich war, hatte ich auch keine Ahnung, wer mich da in der Alten Wallgasse 5 in der Kölner Altstadt erwarten würde. 

Als ich morgens wieder mal viel zu früh ins Café kam, begrüßte mich sehr nett eine etwas ältere Dame mit Küchenschürze. Aha! Ein kleines Familiencafé. Beim Plausch in der himmlisch duftenden Küche zwischen Backpulver, Puderzucker und Glitzerdeko erzählte sie mir schonmal ein bisschen von den Höhen und Tiefen der letzten sechs Jahre. Denn so lange gibt es das Royal Cupcakes schon und ist mittlerweile stadtbekannt. Anfangs war das Konzept der kreativen Mini-Kuchen hier noch nicht sehr bekannt und bei Eröffnung 2008 gab es grade mal zwei Cupcake-Cafés in ganz Deutschland. 

Nach ein paar Minuten kam Kirstin ins Café und mir blieb für einen Moment die Sprache weg. Wer mich kennt, weiß, dass ich Tattoos liebe und auch sehr gerne fotografiere. Hier stand Kirstin vor mir, tätowiert von oben bis unten, mit einem engen grünen Kleid und feuerroten Locken! Was für eine Erscheinung! Kirstin ist eine total sympathische, süße Person mit einer unglaublichen Ausstrahlung. Später kamen noch ihre beiden ständigen Begleiter ins Café - Greta & Frieda! Solche Überraschungen liebe ich. Zwei Möpse! Dieses Foto (rechts) ist definitiv eines meiner ganz großen Favoriten dieses Jahr. Wenn Ihr das nächste Mal im Royal Cupcakes vorbeischaut, könnt Ihr die drei auch mal live erleben.

Wißt Ihr, ich liebe Familienfotografie, keine Frage. Dafür schlägt mein Herz. Aber ein Fotoshooting mal ganz ohne tobende Kinder ist zur Abwechslung auch mal ganz schön und die pure Entspannung. Hier also, die bezaubernde Kirstin Mohrin: 

Wie kam es zur Gründung von Royal Cupcakes?  Als meine Schwester Esther zum Studieren nach Schottland zog, war ich zwar todtraurig, entdeckte aber bald die süßen kulinarischen Genüsse Großbritanniens für mich. Gemeinsam pilgerten meine Schwester und ich von Patisserien zu Cafés, entzückt über die liebevoll dekorierten Kleinigkeiten, die dort überall in den Auslagen zu bestaunen waren. So etwas kannte ich von deutschen Bäckereien bisher nicht! Kleine Mini-Baisers, filigran wie Edelsteine; Petit Fours in bunten Pastell-Farben, himmlisch verziert mit Zucker und Marzipan; knusprige  Obst-Törtchen im Mini-Format. Bis wir eines Tages ein Cupcake-Café entdeckten! Ich war sofort begeistert: Diese Kuchen sahen so witzig dekoriert, gleichzeitig aber wirklich köstlich aus! Mir war klar: So etwas muss es auch in Köln geben!! 

 

Die nächste Hochzeitslieferung wurde fertig gemacht, yumm!

Wie läufts?  Prima! Am Anfang waren wir in ganz Deutschland erst das zweite Cupcake-Café und mussten jede Menge Überzeugungsarbeit leisten. Heute haben wir fast 70% Stammkundschaft, und es werden täglich mehr! 

Wie bist Du auf den Namen "Royal Cupcakes" gekommen?  Ich fand, dass diese kleinen Kuchen etwas wirklich Königliches haben. Das spiegelt sich auch in den meisten Namen wieder: Unsere Cupcakes heißen „King of Pop“, "Queen Elisabeth“, "Prinzessin Diana“ und und und. Der Gast soll sich bei uns königlich behandelt fühlen. Was lag da näher, als das Café Royal Cupcakes zu nennen?

Was ist das Schönste daran, Café-Besitzer zu sein?  Zu sehen, wie die Gäste meine Kreationen genießen. Ich schaue manchmal durch die Tür der Backstube und denke: Wow, die Leute essen tatsächlich das, was ich gebacken habe. Wenn ich dann noch beobachte, wie sie sich gegenseitig mit den Cupcakes fotografieren und lächelnd das Café verlassen, weiß ich, dass ich etwas richtig gemacht habe… :-) 

Was hättest Du so nicht erwartet?  Wie schwierig es ist, sich in Deutschland selbständig zu machen. Ab und zu wirkt es so, als müsste man für seinen Mut noch durch zahlreiche Vorschriften, unfreundliche Beamte und sehr hohe Abgaben bestraft werden. 

Wie fühlt es sich an, ein eigenes Café zu betreiben? Es fühlt sich nach Freiheit an, aber gleichzeitig nach einer wahnsinnig hohen Verantwortung. Ich habe Mitarbeiter und bin nicht mehr nur für mich selbst zuständig. Da lastet natürlich ein großer Druck auf einem. Gleichzeitig genieße ich es, dass wir eine richtige kleine Royal-Familie sind… 

Lieblingsecke in Deinem Café?  Die Küche. Der Geruch nach gebackenen Cupcakes, Vanille und Schokolade macht mich auch nach sechs Jahren immer noch „high“. Und das Ausprobieren neuer Rezepturen ist immer ein spannendes Erlebnis. 

Dein momentanes Lieblingsrezept?  Die „Carla Bruni“, ein Lavendel-Cupcake mit Lavendel-Creme und Marzipan-Veilchen. 

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?  Dass es weiterhin gut läuft, ich meine Miete zahlen kann, mir nie der Hunger nach Süßem verloren geht, und vor allem dass wir weiterhin so positives Feedback von unseren Gästen bekommen!

 

"Nein, da fehlt kein Auge auf dem Cupcake! Das ist der 'Marilyn Monroe'!"

Weitere spannende Interviews ...